ifa Institut für Auslandsbeziehungen
DeutschDeutsch
NewsletterNewsletter
EnglishEnglish
Online-ShopOnline-Shop
Other languages...
Suche
 Sitemap Kontakt
Stipendienprogramm Kultur und Außenpolitik
Zivile Konfliktbearbeitung
CrossCulture Praktika
Integration und Medien
Über uns
Projektförderung
Entsendeprogramm
Standorte
Erfahrungsberichte
Bewerbungsmodalitäten
Kulturassistenten-Programm
Bilinguale Früherziehung
Kontakt
junik im Sport
Ausstellungsförderung
Rave-Stiftung


Russland – Omsk

Eine "ganz normale" Großstadt

Kürzlich fragte mich ein Omsker Kleinbusfahrer, was mich dazu gebracht hätte, ausgerechnet hierher zu kommen. Ich musste grinsen, aber die Frage hat mich doch ins Grübeln gebracht. "Ich denke, ich war auf der Suche nach einem Abenteuer", antwortete ich ihm schließlich. Daraufhin brach der Fahrer in brüllendes Gelächter aus: "Ja, Abenteuer haben wir hier genügend."

Langweilig wird es in Omsk selten. Auch wenn mir noch kein einziger Bär entgegen gekommen ist, die Heizung selbst bei erbarmungslosen minus 45 Grad nicht einfriert und Omsk auch ansonsten eine "ganz normale" Großstadt ist. Rund 1,2 Millionen Menschen leben in der wachsenden Industriemetropole, die hinter dem Ural die erste große Station der Transsib bildet. Es gibt einen Flughafen, chemische und erdölverarbeitende Industrie, eine boomende Bauwirtschaft sowie zwei große Universitäten. Mitten durch die Stadt fließt der Irtysch, einer der mächtigen Flüsse Sibiriens. Im Winter ist er dick zugefroren, so dass man ohne Problem von Ufer zu Ufer spazieren und die Eisangler beobachten kann. Die meisten "Omitschi" bleiben bei solchen Temperaturen allerdings lieber zu Hause im Warmen.

Anders ist es im Sommer. Dann verwandelt sich die Uferpromenade in einen großen, belebten Strand. Der lädt aber nicht gerade zum Sonnenbaden ein. Denn selbst nach dem so genannten Subbotnik, wenn alle Einwohner Ende April einen Tag lang kollektiv ihre Stadt fegen, liegt hier noch eine ganze Menge Müll herum. Umweltschutz scheint in Omsk noch ein Fremdwort. Viel einladender sind da die Liegestühle am städtischen Freibad – in diesem Punkt sind sich Russen und Deutsche einig.

Von Deutschen gibt es in Omsk eine ganze Menge. Die ersten kamen Ende des 19. Jahrhunderts als bäuerliche Siedler in die Region. Die größte Gruppe wurde schließlich 1941 unter Stalin hierher deportiert. In der Rückwanderungswelle der 90er Jahre haben auch viele Russlanddeutsche des Omsker Gebiets ihre Heimat verlassen, so dass die deutsche Minderheit heute nur noch rund fünf Prozent der Gesamtbevölkerung stellt. Trotzdem: In Omsk befindet sich damit immer noch die größte deutsche Diaspora Sibiriens. Die Affinität zu Deutschland ist ungebrochen. Viele Organisationen, wie die GTZ, der DAAD, das ifa und das Goethe-Institut sind hier aktiv, und bei den Omsker Studenten ist Deutsch neben Englisch und Chinesisch die beliebteste Fremdsprache.

Diana Püplichhuysen, Medienassistentin in Omsk und Asowo
März 2006


Einrichtung

Vitamin.de
ul. Puschkina 67,
644010 Omsk
Russland
Tel./Fax 007 / 3812 / 390951
www.vitaminde.de






Von oben nach unten:
Soldaten am Irtysch – Eismarathon – Flusshafen – Deutsche Spuren
Fotos: Diana Püplichhuysen



 

 
top