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Ausstellungsdauer
ifa-Galerie Stuttgart
17.04. – 14.06.2009
ifa-Galerie Berlin
03.07. – 27.09.2009

 

ifa-Galerie

Schauplatz Natur

Das Paradies ist anderswo

Künstler/innen




Das Paradies ist anderswo.
– Stuttgart: ifa, 2009. –
75 S., 14 €
Online-Shop
Nicole Andrijevic, Never – Never, Detail, Süßigkeiten, Zucker, 2007
© Nicole Andrijevic

 

Paradiese kann man sich nur vorstellen. Sie bleiben unerreichbare Sehnsuchtsräume – auch wenn die Industrie mit Einkaufs-, Urlaubs- und Wellness- Eldorados lockt. In der Ausstellung "Das Paradies ist anderswo" in der ifa-Galerie Berlin hinterfragen KünstlerInnen aus der Region Asien-Pazifik die Vorstellungen von Paradiesen, die unsere immerwährende Sehnsucht nach dem Garten Eden aufgreifen und entlarven.

Nicole Andrijevics Bodeninstallationen – Landschaften aus Zuckertürmen und Inseln aus Schaummasse – verweisen auf die flüchtigen Aspekte des stets weit entfernt liegenden Sehnsuchtsraumes, den Jason Wee explizit verortet: Er greift in seiner Installation das Paradies-Motiv schlechthin auf, die Südseeinsel, die in diesem Falle jedoch zum politisch-strategischen Streitobjekt zwischen Singapur und dem Nachbarland Malaysia wurde. Yee I-Lann erkundet in ihrem dreiteiligen Foto-Zyklus das verlorene Paradies Sabah im Norden Borneos; sie untersucht dabei die Auswirkungen der Veränderungen auf die Landschaft und auf die Lebensbedingungen. Da die Vorstellung von Paradies immer geprägt ist von den Defiziten im Hier und Heute, stellt Leung Chi Wo die Wünsche der Bewohner Hongkongs an "Asia’s World City" im öffentlichen Raum zur Diskussion. Ein neues Museum für zeitgenössische Kunst oder mehr Grün im Stadtraum steht sicher nicht auf dem Wunschzettel der Berliner Bürger, vielleicht aber der nach Fahrradwegen, nach mehr Farbe und Kreativität, nach billigeren Litschis?

Paradiesvorstellungen umfassen immer auch die Bewohner des Paradieses, die jung, schön und gesund zu sein haben; dieses Menschenbild und Körperideal reflektiert Hye Rim Lee mit Bunnyhäschen TOKI, welches das Schönheitsideal der asiatischen Frau, geprägt von Mangas, Animes, Computerspielen und Cyberkultur, darstellt und parodiert. Yason Banal hingegen bezieht sich in seiner performativen Installation mit Tableaux vivants auf Filme wie Resnais’ "Letztes Jahr in Marienbad" und Buñuels "Der Würgeengel". Ungemein poetisch verbildlicht er die Trauer über den Verlust des Paradieses und die Ununterscheidbarkeit von Fiktion und Wirklichkeit: Die Gegenwelten, die Entwürfe einer besseren Welt, liegen stets in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Sie liegen für uns auf den Malediven und für das indische Kino auf blühenden Alpenwiesen – das Paradies ist immer anderswo ...

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen Farbabbildungen und Texten der Kuratorin June Yap und Iris Lenz.



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